Amateur Designer

08.03.2018

Da wir momentan Winter hatten und zwar einen sehr kalten, wollte ich mal wieder meine Strumpfhosen auspacken. Ich hatte doch eine relativ große Auswahl an Strumpfhosen in meinem Keller. Zudem fand ich eine weiße Kiste mit Fotos, von deren Existenz ich ebenfalls nicht mehr wusste. Also nahm ich alles mit nach oben in meine Wohnung. Ich zog die erste Strumpfhose an, eine wunderschön gemusterte Strumpfhose in grau. Natürlich nix für unter die Hose, aber wollte sie nun alle mal durch probieren. Danach eine ebenfalls gemusterte Strumpfhose in beige, schrecklich! Wieso hatte ich mir mal so etwas gekauft? Das sah aus als hätte ich üble Hautprobleme an meinen Beinen. Ich schmiss sie in die Ecke. Danach kamen nur noch einfarbige Strumpfhosen ohne Muster, von denen sieben viel zu klein waren. In der Ecke lagen nun mehr, als ich im Schrank hatte. Ich setzte mich auf die Couch und öffnete die Kiste mit den Fotos, um mich von meinem Strumpfhosen Desaster abzulenken. Es waren Kinderbilder von mir. Mit sechs Jahren bekam ich meine erste Kamera, damals noch mit Filmen die man entwickeln lassen musste. Erschrocken blätterte ich die Fotos durch, teilweise hatten meine Freundinnen und ich wirklich merkwürdige Bilder fabriziert und dann sah ich das: Eine Freundin von mir mit einem bauchfreien Leopardenfummel und die dazu passenden Stulpen an den Armen. Ich hatte früher meine Mutter gebeten mir sämtliche Strumpfhosen zu kaufen nur um sie dann heimlich auseinander zu schneiden. Ich schnitt die Beine ab und funktionierte sie zu Stulpen um. Den Rest schnitt ich unten komplett auf und machte ein Oberteil daraus. Manchmal, je nach Strumpfhose pimpte ich sie noch mit Perlen oder Pailletten auf. Ich sah in die Ecke zu meinen Strumpfhosen. Wäre ja langweilig sie weg zu schmeißen, wenn ich doch nochmal die kreativen Zeiten aufleben lassen könnte oder? Ich holte mir Stoffschere und alle weiteren Utensilien und kreierte meine Erwachsenen Kollektion. Natürlich beschloss ich am Ende eine Modenschau für mich zu machen, vor dem Spiegel mit Musik. Man muss dazu sagen, dass sich das alles heute etwas enger tragen ließ und naja... Nicht wirklich passte, aber ich hatte meinen Spaß. Ich fotografierte meine Werke und schickte sie meinen beiden Freundinnen, die den Spaß früher immer mitgemacht hatten, sie sind heute noch meine Freundinnen. Wir lachten uns schlapp. Ja, die guten alten Zeiten, in denen man noch nicht so viel nachgedacht, sondern einfach gemacht hatte...