Der Bazillen-Vortrag

16.02.2018

Heute mal wieder mit der Bahn unterwegs gewesen. Fünfzehn Minuten Weg, eigentlich nicht lang... Ich ging in die Bahn und erblickte direkt einen Platz in einem Zweier Sitz, also bei dem sich zwei Personen gegenüber sitzen. Mir gegenüber saß ein sympathisches Omalein, die süßer Weise mit ihren Füßen nicht an den Boden kam. Auf ihrem Schoss ein kleiner Einkaufskorb mit Blumen. Ich schenkte ihr ein Grinsen. Sie lächelte süß zurück, dann der fatale Fehler... Ich musste niesen. Statt "Gesundheit." zu sagen, schaute mich die ältere Dame geschockt an. Hatte ich was falsch gemacht? Ich hatte meinen Arm vor mein Gesicht gehalten, so wie man es machen sollte, da ja die Hand vor den Mund unhöflich war. In meinen Augen hatte ich nichts falsch gemacht, schaute sie jedoch entgeistert an. "Also des mit dene Bazille, ich sags Ihne, sowas schreckliches. Ä Nieser da, ä Nieser dort und scho verdeild sich de ganze Subbe. Dann admed des de nächschte ei un au wieder aus..." Mir blieb der Mund offen stehen. Das ganze entwickelte sich in eine ganz komische Richtung. Es war kein Gespräch, also meine Meinung dazu wollte sie nicht, nein, es war ein Vortrag. Ich wusste ich hatte keine Chance. Nett lächeln und warten bis ich aussteigen konnte, ab und an mal nicken, anders würde ich es nicht überstehen. "...Un dann sin die Leut so unsensibel un halde sich nidde a mol de Hand vor de Mund. Des isch abardig. Un dann wundere sich alle wieso mir alle krank werde..." Die Dame redete sich um Kopf und Kragen. Das Thema hatte sie wohl schon eine Weile mit sich rum getragen.. Da hörte ich die Ansage meiner Haltestelle. Ich hüpfte auf. "Also, ich muss raus." Unterbrach ich sie. Die Frau verstummte. "Einen schönen Tag Ihnen noch." sagte ich freundlich, daraufhin die Dame: "Werde Sie gsund! Des isch ja lebensgefährlich mit dene Bazille.." Ich ging rückwärts Richtung Tür um nicht unhöflich zu wirken. Das war seit langem die längste Bahnfahrt gewesen. Den Rest des Tages musste auch noch an kleine grüne Bazillen denken.. Ich fühlte mich leicht beeinflusst.