Die Welt der Smartphones #2

13.02.2018

Ich öffnete meine Augen und schaute auf mein Smartphone das neben mir lag. Jetzt noch ein bisschen Instagram Stalking und dann frühstücken. Ich versuchte mein Handy zu entsperren, es rührte sich jedoch nicht. Komisch, ich hatte es doch geladen? Ich rüttelte am Ladekabel, keine Regung auf dem Bildschirm zu sehen. Versuchte ein anderes Ladekabel, auch nichts. Panik stieg in mir auf. Ich nahm das Telefon und rief meinen Stiefvater an, der wüsste bestimmt eine Lösung. Die Lösung: Ein Spezialist. Super, und das drei Stunden vor der Arbeit. Ich richtete mich und wollte gerade los da fiel mir auf... Keine Musik, kein Whatsapp, keine Spiele.. wie sollte ich mich den Weg bis zum Spezialisten beschäftigen? Normalerweise hörte ich Musik oder telefonierte, aber das ging ja jetzt alles nicht. Also lief ich im Regen zehn Minuten zur Bahn. Der Weg kam mir ewig vor. In der Bahn angekommen hörte ich seit langem Mal die Ansagen der Haltestellen. Ich fühlte mich unruhig. Ich konnte momentan niemand erreichen. Ich schaute mich um. Alle waren mit ihren Handy beschäftigt, bis auf ein Vater der neben mir stand. Ich schaute in den Kinderwagen. Es war ein junger Vater, mit einem kleinen süßen Knopf. Der Kleine war kein Baby mehr, vielleicht im Alter von drei Jahren. Ich hörte wie der Kleine sich freute in einer Bahn zu sein und wie er mit seinem Vater sprach. Das hatte ich ebenfalls nie mitbekommen, wenn ich in der Bahn war. Hatte die Eltern zwar gesehen, aber durch meine laute Musik nie hören können. Ich grinste, der Kleine war echt zum auffressen. Ich kam mit dem Vater ins Gespräch und wir bemerkten, dass wir gleich in die selbe Bahn umsteigen mussten. So unterhielten wir uns freundlich bis ich aussteigen musste. Er wünschte mir noch einen schönen Tag und ich ging zum Reperaturservice. Dort gab der Spezialist mir ein neues Ladekabel und ich fuhr wieder nach Hause. Auf dem Weg nach Hause genoss ich die Geräusche, die ich sonst nicht mitbekommen hatte. Wiedermal gruselig, was so ein Smartphone mit einem anstellen kann. Die Abhängigkeit ist wirklich groß. Man wird direkt nervös, wenn man nicht erreichbar ist. Die Zeit wird anders wahrgenommen, durch das ständige Spielen oder Whatsapp schreiben. Dabei ist es doch vielleicht gar nicht so schlecht mal nicht erreichbar zu sein und sich immer abzulenken, sondern die Umwelt wahrzunehmen, oder?