Ich wollte doch einfach nur ins Training

20.02.2018

Es war die erste Woche in meiner neuen Wohnung in einer kleinen Stadt, direkt neben meiner Großstadt in der ich geboren und aufgewachsen bin. In meiner alten Heimat war ich zwei Mal die Woche im Volleyball Training gewesen und hatte am Wochenende Wettkämpfe gehabt. In dieser Stadt wollte ich neu anfangen und suchte mit eine Volleyball Mannschaft, die nicht auf Leistung trainierte, sondern einfach eine Spaß Gruppe war, die jedoch ab und an mal an Spaß Turnieren teilnahm. Ich freute mich wie Bolle, es war nur schon spät und dunkel. Wie gesagt es war eine neue Stadt. Ich hatte mir davor den Weg bei Google Maps angesehen, brauchte angeblich nur elf Minuten. Frohen Mutes fuhr ich mit dem Rad los. Im dunkeln, ohne Licht am Rad, denn es war schon seit dem Umzug kaputt und ich hatte keine Zeit gehabt es zu reparieren. Ich fuhr durch Häuser, kleine Straßen und kam irgendwann an einer Schnellstraße raus. Ich musste falsch gefahren sein. Ich drehte um und bog in eine andere Straße ein, nach und nach wurden die Häuser weniger und ein Wald begann. Ich würde auf jeden Fall zu spät kommen, denn ich war schon 25 Minuten unterwegs gewesen. Gerade wollte ich mein Handy zücken, um die Trainerin anzurufen und ihr Bescheid zu sagen, als ich merkte, dass mein Hausschlüssel nicht in meiner Jackentasche war. Hastig riss ich meine Trainingstasche runter und durchsuchte sie. Das durfte doch nicht wahr sein, ich hatte die Türe doch abgeschlossen, ich muss ihn also auf dem Weg verloren haben. Tja, nur wo war ich jetzt überall lang gefahren? Ich versuchte die ganzen Wege ab zu fahren, die ich befahren hatte. Mir wurde mal wieder bewusst, wie schlecht meine Orientierung war. So ein Mist. Ich rief meine Mutter an, bevor ich einen Nervenzusammenbruch bekam. Meine Mutter lachte "Oh, Mimi. Ich muss dir doch mal ein Fahrrad Navi schenken. Versuch wieder nach Hause zu kommen, ich fahre jetzt daheim los, dann suchen wir den Schlüssel." Aufgeregt fuhr ich nach Hause und wartete dort auf meine Mutter. 20 Minuten später war sie da. Total aufgeregt und gestresst erzählte ich ihr die Geschichte. "Jetzt beruhig dich erstmal." Jaja, nachdem wir eine Stunde alle Straßen abgefahren waren, mit Auto und Rad, war sie auch nicht mehr so ruhig. "Mimi, denk nach. Hast du sicher abgeschlossen?" "Ja!" antwortete ich, kurz vor einem Burnout. Das Schlimme, ich hatte den Schlüssel nicht nachmachen lassen und mein sonderbarer Vermieter hatte keinen Schlüssel für sich, das hieß, kein Schlüssel = kein zu Hause, bzw. Schlüsseldienst reich machen. Wir fuhren noch ein paar Mal alle Wege ab und trafen uns bei mir zu Hause. Mittlerweile war es halb elf Uhr abends. "Jetzt musst du halt bei Nachbarn klingeln, dass wir wenigstens ins Haus kommen." sagte meine Mutter. "Mama, ich kann doch um die Uhrzeit nicht bei jemandem klingeln?!" "Willst du zwischen den Mülltonnen schlafen?" Schlagfertiges Argument brachte sie da. "Na gut." Ich klingelte und sagte "Entschuldigung, ich habe meinen Schlüssel verloren." Uns wurde die Tür geöffnet und ich bedankte mich. Wir gingen die Treppe bis ganz nach oben, zu meiner Dachgeschoss Wohnung. Und was hing da.... in der Wohnungstür... Mein Schlüssel. "Oh, oh." sagte ich und hielt mir die Hände vor den Mund. "MIMI." stieß meine Mutter einen Schrei aus. "Zwei Stunden rum gefahren und er hängt in der Tür?" Sie bekam einen Lachkrampf, ich stieg mit ein. Eigentlich wollte ich ja nur zum Volleyball Training, aber naja. Man sollte nie planen, es kommt immer anders als man denkt, zumindest in meinem Leben.