Vom Winde verweht

05.04.2018

Der April hatte zugeschlagen. Ein Gemisch aus Regen und Sonne, grauer Himmel und blauer Himmel, Wind und kein Wind, einfach unberechenbar. Am Vormittag war ich noch in der Stadt gewesen, mit meinem Rad. Es war super warm und Sonnenschein pur. Ich genoss das Wetter auf einer Dachterrasse eines Restaurants und beschloss dann zu Hause zwei Kuchen zu backen. Auf dem Weg nach Hause wurde es immer schwüler und der Himmel war schwarz. Sonne war trotzdem da, wo auch immer sie herkam, aber sie war da. Als ich mich an den Teig des ersten Kuchens ran machte schaute ich nach draußen. Es wehte mittlerweile ein sehr starker Wind. Als ich dann den Kuchen in den Ofen schob knallte es draußen, irgendwo musste etwas umgefallen sein. Ich sah eine Mülltonne seitlich auf der Erde liegen. Ich blieb am Fenster stehen und schaute mir das Spektakel an. Die Bäume neigten sich immer weiter zur Erde. Auf der anderen Straßenseite versuchte sich eine kleine zarte Oma fort zu bewegen. Allerdings wiegte sie im Wind wie ein kleines Fähnchen und klammerte sich an ihrem Rollator fest. Dann nahm sie alle Kraft zusammen und kämpfte sich dem Wind entgegen. Zwei jüngere Menschen teilten gerade Zeitung aus, die ihnen nun um die Ohren flogen. Verzweifelt versuchten sie die Zeitungen ein zu fangen, dann kam ein Mann und half mit. Sie hatten weitestgehend die Zeitungen aufgesammelt und stiegen nun zu dem Mann ins Auto und fuhren mit den restlichen Zeitungen weg. Da klingelte meine Eieruhr, ich wollte mich gerade abwenden, doch es knallte schon wieder richtig laut. Ich fuhr zusammen und schaute aus der Balkontür. Mein Rad hatte es quer gelegt. Ich rannte ins Treppenhaus und öffnete die Haustür. Gerade als ich die Stufe vor der Haustüre runter steigen wollte packte der Wind meine Beine und riss sie zur Seite. Nun lag ich neben meinem Rad. Super. Ich stellte es schnell auf, ging wieder rein und beschloss heute nicht mehr das Haus zu verlassen.