Von hinten im Zug

14.02.2018

Ein wunderschöner Wintertag, Schnee und Sonnenschein. Ich freute mich auf meine Freunde, die in einem Dorf nahe meiner Stadt wohnten. Zug fahren war angesagt. Ich stieg am Hauptbahnhof ein, versuchte es zumindest. Als ich am Gleis ankam rammelten sich die Leute durch die Türen, denn schönes Wetter und Schnee = Bester Tag zum Ski und Snowboard fahren. Ok, Augen zu und durch. Von Station zu Station stiegen die Leute aus und ich wurde immer mehr Richtung Türe gedrückt. Langsam wurde die Luft auch etwas stickig, naja, ich dachte an einen schönen Tag mit meinen Freunden. Als ich dann auf der Mitte meines Weges war hielt der Zug an einem etwas größeren Bahnhof. Nachdem die Menschen sich in Reihe und Glied gedrückt hatten klebte ich an der Scheibe. Leicht verzweifelt sagte ich mir innerlich "Nur noch zehn Minuten, Mimi!" Kurz hatte ich mich beruhigt da spürte ich etwas hartes rundes in meinem Rücken. Kurz darauf folgte ein Hauch von warmer Luft die nach Alkohol roch. Hätte ich mich umdrehen können, hätte ich es nicht getan. Ich wollte nicht wissen wer an mir klebte. Er drückte sich immer mehr ran, ich hatte das Gefühl, dass er mit schnurren anfing. Ich musste mich zusammenreißen nicht gleich los zu jammern. Kurz vor der Endstation musste ich raus, aber wie? Die meisten Menschen würden erst bei der Endhaltestelle aussteigen, also redete ich über meine Schulter "Entschuldigen Sie, ich müsste aussteigen." Ein nicht so gut riechendes Lachen traf mein Gesicht. Meine Augen tränten. Ich drehte mich mühsam um, jetzt klebte der Mann mit seinem Bauch an meinem Bauch. Er grinste und atmete mir nun ins Gesicht. "Schön wars." sagte er. Ich flüchtete aus dem Zug, nachdem sich die Türen geöffnet hatten. Verschwitzt und verwirrt begrüßte ich meine Freunde. Der nette Geruch und das Grinsen des Mannes blieben mir jedoch den ganzen Tag.